Filmkritiken

Filmbulletin

"Rafiki" von Wanuri Kahiu

Filmkritik von Doris Senn, Filmbulletin, Printausgabe 1/2019

«Endlich siehst du aus wie eine richtige Frau!», meint Kenas Mutter, als ihre Teenagertocher sich widerwillig in ein Kleid stecken lässt. Kena trägt lieber Hosen, Shirt und Mütze, fährt Skateboard und hängt mit den Jungs rum – vor allem mit Blacksta, ihrem besten Kumpel, der heimlich in sie verliebt ist. Ihre Mutter trauert ihrem Exmann John nach, der sie für eine Jüngere verliess. Kena arbeitet neben der Schule im Lebensmittelkiosk von John in einem Viertel Nairobis, während dieser Wahlkampf betreibt. Eines Tages wird Kena auf Ziki mit ihren prächtig-bunten Rastas aufmerksam. Die Sympathie wird bald zur Anziehung, obwohl die beiden ganz unterschiedlichen Milieus angehören: Ziki stammt aus einer wohlhabenden Familie, ihr Vater kandidiert ebenfalls, aber für eine bürgerliche Partei.Und obwohl lesbische Gefühle in der frauenfeindlich-homophoben Gesellschaft Kenias ein absolutes Tabu sind. Der Eklat ist vorprogrammiert. [ weiter ]

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