Film Schweiz

«Macht den Schweizer Film wieder gross!»

Der Schweizer Film gehörte einst zur Weltspitze, gewann Preise in Cannes und bei den Oscars in Hollywood. Doch heute steht er im internationalen Vergleich schlecht da. Wir zeigen, was es braucht, damit er wieder erfolgreich wird.

(Illustration: Emiliano Ponzi)

Von Denise Bucher & Christian Jungen

Und wieder hat in Cannes ein kleines europäisches Land die Goldene Palme gewonnen. Der Hauptpreis des wichtigsten Filmfestivals der Welt ging dieses Jahr an den Schweden Ruben Östlund (*1974) für «The Square». Das Drama, realisiert mit einem Budget von 5,3 Millionen Franken, mokiert sich über die Intellektuellen im Kunstbetrieb. Es ist ein Film, wie er auch in der Schweiz hätte entstehen können. Was die Schweden schaffen, bringen wir auch zustande, nicht wahr?

Leider trifft, was im Fussball und im Skialpin gilt, auf das Filmschaffen nicht zu. Unser Land war 1998 bis 2017 kein einziges Mal mit einer mehrheitlich schweizerischen Produktion im Wettbewerb von Cannes vertreten. Stattdessen haben dort Meisterwerke aus Ländern reüssiert, die in Bezug auf Grösse, Wohlstand und Einzigartigkeit der Sprache mit der Schweiz vergleichbar sind: Dänemark, Belgien und Österreich etwa.

AUF AUGENHÖHE MIT FELLINI

«Frame» hat die Wettbewerbsteilnahmen der drei wichtigsten europäischen A-Festivals Cannes, Venedig und Berlin der letzten 20 Jahre sowie die Oscar-Nominationen in der Kategorie «bester fremdsprachiger Film» der letzten 25 Jahre ausgewertet. Resultat: Im europäischen Festival-Ranking figuriert die Schweiz nur auf Platz 22 von 25 Ländern, hinter Bosnien, Serbien und Finnland, die weniger Einwohner haben.

Nur gerade vier Titel erhielten eine Einladung für den Wettbewerb von Berlin oder Venedig: «Sister» (2012) von Ursula Meier, «Tout un hiver sans feu» (2004) von Greg Zglinski, «Emporte-moi» (1999) von Léa Pool und «La guerre dans le Haut Pays» (1999) von Francis Reusser. [ weiter ]

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