Regisseur_innen

Die Jungfrau am Fuss der Felswand

Spukt es im Änziloch? Vielleicht, aber für die Regisseurin Alice Schmid geht es bei der Geistergeschichte vom Napf um Ausgrenzung.

«Ich bin abergläubisch. Aber das war bei uns ganz normal»: In Alice Schmids Film «Das Mädchen vom Änziloch» geht es nicht nur um Übersinnliches. (Bild: Simon Tanner / NZZ)

Das Publikum in der Reithalle war begeistert. Und sie stand einfach da: das Mädchen vom Änziloch, die 13-jährige Bauerntochter Laura Larissa Röösli aus Romoos im Napf. Ganz locker stand sie nach der Filmpremiere an den Solothurner Filmtagen neben Alice Schmid. Beide mit ihrem blonden Zopf. Bei der Filmemacherin gehört er seit langem zum markanten Erscheinungsbild. Klar, man konnte die Entsprechung als (Über-)Identifizierung deuten. Laura nannte die Regisseurin konsequent «s Lisi». Und sie strahlte, als Alice Schmid sagte, die Laura sei für sie schon seit den Tagen von «Die Kinder vom Napf» eine ganz enge Vertrauensperson.

Die Vertrautheit wirkte echt, natürlich. Beim Gespräch mit Alice Schmid, ein paar Tage nach der Premiere des Films «Das Mädchen vom Änziloch», kommt die Frage auf, ob es für sie als Regisseurin nicht manchmal schwierig sei, einen angemessenen Umgang mit den Protagonisten ihrer Filme zu finden. Kommt da nicht zu viel Nähe auf? Alice Schmid schüttelt entschieden den Kopf: «Klar, ich bin für Laura wichtig. Wir sind uns nahe, aber ich bin nicht ihre Mutter.» [ weiter ]

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